Bildempfehlung

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Aktuelle Bildempfehlung
Lange hat dieser Teil der HS_Hompage auf sich warten lassen. Das hatte folgende Gründe:

  • Auch ich muss täglich weit mehr als acht Stunden arbeiten.
  • Dann kam das neue Buch heraus und es waren viele Restarbeiten zu erledigen.
  • Dann gibt es noch dies und das und letztlich hat man auch noch ein Privatleben.
  • Und dann legt man sich einfach auf die Couch, trinkt einen guten Roten, hört Musik, oder einfach nur in sich hinein.
    Eigentlich hatte ich große Pläne. Ich wollte neue Bilder malen; ein rotes und ein blaues. Ich habe es einfach nicht geschafft. Das blaue ist zwar fertig, aber ich finde es noch nicht schön genug. Ich muss es mir noch "schön sehen". Aber irgendwann kommt es...
    Nun ist ja das Buch "Das Haus von Dr. Huschke" erschienen. Und der Vater von Uli (siehe Buch) hat ja gemalt und mir tatsächlich das Aquarell der Stadtansicht von Zetschen geschenkt. Eben aus diesem Grunde möchte ich die Stadtansicht als "Bildempfehlung" wählen.
    Ich weiß nicht, wann er es gemalt hat. Ich schätze, es war so 1970 - 1975. Aber sicher bin ich mir nicht.
    Anbei ein kleiner Ausschnitt aus dem Buch:


    Antjes Freundin

    ...Ulis Vater war ein stiller Mann. Er strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Seine Firma war Anfang der 70er Jahre zwangsverstaatlicht worden. Ich denke, er, der inzwischen so eine Art Geschäftsführer war, hatte mit seinem Berufsleben abgeschlossen. Er malte und wanderte viel. Uli sagte, dass er nur selten zu Hause sei. Als ich mit Antje einmal zu Besuch war, schenkte er mir ein Aquarell. Es war eine Stadtansicht von Zetzschen. Ein sehr schönes Bild, das jetzt über meinem Schreibtisch hängt.
    Ulis Mutter war schlank und nervös. Nach außen spielten sie das perfekte Ehepaar. Was ich damals nicht wusste: Ulis Vater hatte eine Geliebte. Ich weiß nicht, ob ihre Mutter zu diesem Zeitpunkt davon wusste, aber sie muss es gespürt haben. So jedenfalls war ihre Nervosität, ihre Fahrigkeit zu erklären.
    Irgendwann hielt es Uli nicht mehr aus: Sie weihte uns ein und erklärte ihre familiäre Situation. Dabei war die Liebschaft ihres Vaters nur eine Seite der Medaille. Ihre Mutter hatte inzwischen davon erfahren. Tief gekränkt versuchte sie ihren Mann zurückzugewinnen. Es war ein langer Kampf, unter dem alle Beteiligten litten. Ich weiß nicht, was sie alles versuchte. Das letzte Mittel war ihre Drohung, Suizid zu begehen.
    Wenn Ulis Vater von seiner Geliebten kam, fand er seine Frau häufig in lebensbedrohlichen Situationen: Einmal war der Gashahn geöffnet. Ein anderes Mal hatte sie sich die Pulsadern aufgeschnitten. Aber jedes Mal konnte ihr Mann sie retten. Um das Familienleben nach außen hin intakt scheinen zu lassen, kam er immer zu den Zeiten nach Hause, die er vorher ankündigte. Seine Frau verließ sich darauf. So legte sie sporadisch, je nach Stimmungslage, kurz vor seinem Erscheinen Hand an sich. Ihr lag daran, wahrscheinlich, weil sie doch irgendwie am Leben hing, dass er sie fand und rettete. Ihr periodischer Suizidversuch war ein Hilfeschrei. Sie wollte damit bezwecken, dass ihr Mann zu ihr zurückkam. Aber ihr Mann kam nicht zu ihr zurück. Die Ehe war gescheitert...

    Doch nun zum Bild: Es zeigt Zetschen von dem rechten Flussufer aus.Wir sehen die Mulden-Au und die in wehrhafter Form errichtete Stadt. Die zentralen Blickfänger sind der Rathausturm und die Spitze des Kirchturmes.

    Schaut selbst:

    Stadtansicht von Zetschen

    Was mir an dem Bild gefällt sind seine Leichtigkeit und der Mut zur Farbe.
    Und natürlich ist es auch eine Erinnerung an einen interessanten, undurchschaubaren, verschlossenen Menschen...
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