Der Berg der bösen Geister

Berge
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Aber nun - jetzt geht es los. Auf den Kili.
Der Flug ging von Frankfurt über Amsterdam mit KLM nach Arusha Aiport. Von dort wurden wir in Bussen nach Moshi gekarrt. Das Hotel kam mir wie eine Festung vor. Aber es hat an nichts gefehlt. Problematisch: Ich liebe es, beim Duschen Wasser in meinen Mund fießen zu lassen und natürlich auch den einen oder anderen Schluck zu nehmen. Das war aber verboten. Es sei denn man leidet an Verstopfung...

Der Aufbruch

Tag 1 (03.09.04):

Nach zweitätiger Akklimatisation in Moshi (ca. 800 müM) beginnt der Aufstieg entlang der Marangu-Route.
Start: Marangu-Gate (1800 müM)
Ziel : Mandara-Huts (2700 müM)
Bemerkungen :
Wir liefen durch Wald und gingen sehr langsam. Der Weg ist leicht. Affen und dichte Vegetation beleiten uns. Nachts ist es kalt und die Hütten sind unbeheizt. Toiletten: Eine Katastrophe. Das Schreien der Affen und die Kälte lassen mich im Schlafsack frieren. Ein Schluck Whisky half.
Der Schlafsack - ein Lestra Daunen (20/80; 220 Euro) - schlecht, zu kalt und schlechte Daunenverteilung. Wahrscheinlich auch zu teuer. Ein Internetkauf.
Bild: Start am Marangu-Gate (im Hintergrund aller Träger und unser Essen ist in den Säcken)

Horombo Hütten

Tag 2 (04.09.04):

Start: Mandara-Huts (2700 müM)
Ziel : Horombo-Huts (3720 müM)
Bemerkungen :
Es wird noch kälter und die Hütten unwirklicher. Erste Ausfallerscheinungen in der Gruppe - eine Frau muss sich "brechender" Weise nochmals überlegen, ob der Aufstieg für sie möglich ist.
Bild: Blick von den Horombo-Huts in das Wolkenmeer über Moshi.
Ein Bier kostet einen Euro. Jede volle Flasche wird von Trägern hochgetragen. Jede leere wieder runter. Die Welt ist seltsam...

East Lava Hills

Tag 3 (05.09.04):

Start: Horombo-Huts (3720 müM)
Ziel : East Lava Hills und zurück (4300 müM)
Bemerkungen :
Ziel war unsere Akklimatisation zu verbessern. Weitere Ausfallerscheinungen:
- Starke Kopfschmerzen bei einem Teilnehmer
- Erbrechen einer Teilnehmerin
Bild: Blick von den East Lava Hills in Richtung Kibo Huts. Alles undurchsichtig. Fühle mich aber gut; körperlich topfit.

An den Kibo Hütten

Tag 4 (06.09.04):

Start: Horombo-Huts (3720 müM)
Ziel : Kibo Huts (4750 müM)
Bemerkungen :
Die Luft wurde noch dünner. Es wird klar, dass eine Frau in der Kibo-Hütte bleibt. Es gibt zu Abend Pasta mit Thunfisch; lecker aber heimtückisch... Ich kämpfe gegen den Thunfisch und sehr kalte Füße. Wir werden gegen 23.00 geweckt; d.h., ich war die ganze Zeit wach - musste den Thunfisch im "Auge" behalten. Kurz vor dem Aufstehen entledige ich mich innerhalb vom 500 Millisekunden der Qual aus dem Meere. Habe wieder warme Füße aber furchtbare Bauchschmerzen.
ich weiß nicht, ob ich es schaffe.
Die Einteilung der Gruppe beginnt. Ich laufe an vorletzter Stelle.

Die Kibohütte Manfred an Gilmans Point

Tag 5 (06.09.04; 23:30 Uhr/07.09.04):

Start: Kibo Huts (4750 müM)
Ziel : Uhuru Peak (5895 müM)
Bemerkungen :
Es ist dunkel. Wir laufen in einer Reihe, die schwächsten an erster Stelle. Es ist sehr kalt (Hände!!!). In der Höhe der Hans Meyer Cava (ca. 5000 m) steigt die zweite Frau aus. Sie geht mit einem Träger zurück zur Kibo Hütte. Gegen 05:30 erreichen wir Gilman's Point (5685 m). Ab hier gilt der Kili als bezwungen. Bin schwach und habe leichte Trittsicherheitsprobleme (Schwindelgefühl im Kopf). Vor mir lief Manfred; er schwankte wie eine Eiche im Sturm. Ich dachte, wenn der auf dich fällt, bist du platt.
Der Rest:
Viele lagen am Hang. Einheimische Guides redeten auf sie ein: "Don't sleep! Don't sleep!" Habe nicht geglaubt, dass ich noch auf den Uhuru Peak gehe. Während des Aufstieges habe ich ein paar Mal an Umkehren gedacht. Erst als die Bauchschmerzen nachließen lief es besser.

Am Ziel

Tag 6 (07.09.04):

Ziel : Uhuru Peak (5895 müM)
Dann treibt uns unsere Reiseleiterin doch noch an. Auf zum Uhuru Peak! Zwei bleiben zurück. Gegen 08:00 Uhr sind wir am Ziel!
Wir gehen noch am gleichen Tag zurück zu den Horombo Hütten auf 3750 m. Tags darauf erfolgt der Abstieg auf 1800 m (Marangu Gate).
Ich freue mich auf eine Dusche im Hotel. Nach sechs Tagen ohne richtiges Waschen wird der Körper "unwirklich".

Der Kili

Bemerkungen zur Tour:

  • Vier Tage Aufstieg
  • Zwei Tage Abstieg
  • ca. 4000 m Aufstieg und ca. 4000 m Abstieg in dieser Zeit (Wenn man die Akklimatisierungstouren mit rechnet sind es ca. 5000 m Auf-und Abstieg)
  • ca. 120 Km Wegstrecke zurück gelegt in dieser Zeit.
  • Elf Teilnehmer
  • Neun erreichen den Gilman's Point
  • Sieben erreichen den Uhuru Peak
  • Vier von den sieben waren noch in der Lage ihr eigenes Tagesgepäck zu tragen

Gletscher-Impessionen am Kili

Tipps:

  • Unbedingt warme Handschuhe mitnehmen (Fäustlinge). Auch in Afrika ist es ab 4000 m "schweinekalt"!
  • Eine Thermoskanne habe ich vermisst. Eine heiße Suppe unterwegs ist Gold wert.
  • Wenig essen - mehr trinken!
  • Vorbereitung in luftigen Höhen ( Breithorn ) zahlt sich aus!
  • Gamaschen (obwohl kein Schnee) sind ab der Kibo-Hütte zu empfehlen! Der Lavastaub ist furchtbar!


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